WinTrack

Längenkürzung bei Steigungen

 

Fehler bei WinTrack?                        Längenkürzung im Gleisplan

Bei dem Gleisplanprogramm werden Steigungen im dreidimensionalen Raum anscheinend nicht berücksichtigt. So scheint es jedenfalls. Sollte jemand eine andere Erfahrung gemacht haben, bitte ich um Aufklärung.

Beispiel: Werden 10 Stück 24188er Gleise eben verlegt, so ist die Gleislänge 189 cm. Die benötigte Plattenlänge entspricht der Gleislänge.

Ordnet man eine parallel verlaufende Strecke mit der gleichen Anzahl und des gleichen Gleistyps einer Steigung zu (hier im Beispiel mit 6%), so ist die tatsächlich benötigte Plattenlänge kürzer als die Gleislänge.

Bei WinTrack 6.1 ist allerdings nicht so. Die benötigte Plattenlänge bleibt gleich!

Das Ganze in Zahlen:

10 Stück 24188 Gleise haben eine Länge von 189 cm

bei einer Steigung von 6% ergibt sich auf dieser Länge eine max. Höhe von 11,2 cm

Das ansteigende Gleis wird durch die Steigung nicht länger behält seine Länge von 189 cm bei.

Daraus errechnet sich einen Plattenlängenbedarf von 188,7 cm.

Die 0,3 cm wird bei WinTrack allerdings unterschlagen!

In diesem Beispiel ist der Unterschied zwar nur 3 mm, das ist nicht viel, zugegeben. Allerdings wird sich dieser Fehler bei einer Steigung mit gebogenen Gleisen deutlich bemerkbarer machen (siehe weiter unten).

Und noch was: Die 3 mm müssen beim Verlegen der anschließenden Gleisstücke irgendwie ausgeglichen werden. Und schon stimmt der Gleisplan als solches samt Stückliste nicht mehr! 

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Die Bilder zum Beispiel

Betrachten wir das Problem geometrisch, wird es noch verständlicher:

Grafik 1

Grafik 2

Grafik 1: Die Gleislänge (c) einer Steigung (Beta) ist länger als der auf der Platte benötigte Weg (a).

Daraus folgt: je länger und steiler eine Steigung, desto ungenauer wird der Gleisplan. Im Gleisplan selbst wird der Fehler nicht bemerkbar sein. Kritisch wird es erst dann, wenn die Gleise verlegt werden. Dann hat man plötzlich Lücken!

Grafik 2: Solange das eine gerade Strecke betrifft, ist das noch einfach auszugleichen. Hat man Steigungs- und Gefällstrecken fast ausschließlich in Bögen, wird die Sache richtig knifflig:

Hier entsteht nicht nur einen Lücke, sondern der gesamte Gleisverlauf wird enger!

In der Grafik 2 ist das deutlich dargestellt. Die Steigung im Gleisplan (rot) und wie die Steigung dann tatsächlich nach verlegen der Gleise verläuft (blau).

 

In meinem Gleisplan hatte das fatale Folgen. So musste ich im Gleisplan Gleise einfügen, die es auf der Modellanlage gar nicht gibt.

Bereits beim ersten Verlegen der Gleise habe ich das Problem erkannt. Anstatt einem 77 mm langem Gleisstück passte nur ein 64 mm langes Gleisstück.

Oder ein anderes Beispiel: Im Gleisplan ist die Streckenführung nahe der Plattenkante vorgesehen. Nach dem Verlegen der Schienen hatte ich einige Zentimeter Abstand zur Plattenkante.

Das Problem bleibt leider nicht ohne Folgen! So konnte ich den Gleisplan lediglich als Vorlage für den gedachten Streckenverlauf nehmen, jedoch nicht als Bauplan als solches. Zum Glück hatte ich mehr Schienen zum Bau bereit gehabt, als die Stückliste des Gleisplans vorgesehen hat.

Im Großen und Ganzen ist WinTrack jedoch ein hervorragendes Planungsprogramm.

Längenkürzung im Gleisplan

Das bekannte Problem von WinTrack bei der Planung von Steigungen in einer Modellbahn möchte ich hier transparenter darstellen.

Zwischenzeitlich habe ich einige Erfahrung im Ungang mit Wintrack. Mehrere Varianten unterschiedlicher Modellbahnen habe ich damit erstellt und dann auch so gebaut wie es  der Gleisplan vorsah.

Immer wieder stoße ich dabei auf das Problem mit der Längenkürzung bei Steigungen!

Dieser Tage habe ich das Thema erneut aufgegriffen, zumal die Diskussion im Forum großes Interesse weckte.

Als Vorlage habe ich die Fertiganlage "Mittenwald" der Fa. NOCH herangezogen. Einerseits ist die Größe überschaubar, andererseits einfach nachzubauen - auch auf einem gewöhnlichen Holzbrett.

Hier das Beispiel Mittenwald an Hand vom Märklin C-Gleis: (zum Vergrößern Bild anklicken)

So sieht der Gleisplan aus, wenn die Längenkürzung in Steigungen berücksichtigt ist

WINTRACK Gleisplan: Deutlich sind die Fehler zu erkennen!

C-Gleis Gleisplan zum runterladen

Hier der Gleisplan mit dem Märklin K-Gleis: (zum Vergrößern Bild anklicken)

So sieht der Gleisplan aus, wenn die Längenkürzung in Steigungen berücksichtigt ist

WINTRACK Gleisplan: Deutlich sind die Fehler zu erkennen!

 K-Gleis: Gleisplan zum runterladen

Die Längenkürzung in Steigungen lassen sich natürlich genau berechnen und es mag auch sein, dass es sich jeweils nur um ein paar Millimeter handeln mag, in der Praxis zeigt sich jedoch dann die Summe der Fehler. Aus Millimeter werden dann ziemlich schnell Zentimeter!!

Ich finde das die Angelegenheit überhaupt nicht als vernachlässigbar angesehen werden sollte! Wird eine Modellbahn OHNE Verwendung von Flexgleisen geplant, kann es bei der Umsetzung zu ganz bösen Überraschungen kommen. Das hinzukaufen von kurzen Gleisstücken ist das noch das weitaus kleinere Übel. Richtig drastisch wirkt sich das aus, wenn die Unterbau und die Spanten entsprechend des Gleisplans gefertigt werden.

Könnte noch weiter gehen...

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(c) www.modellbahnkeller.eu, letzte Änderung: Dezember 2004

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